CHRONIK
SCHÜTZENGESELLSCHAFT 1923 GROSS-BIEBERAU
e.V:
C H R 0 N I K (bevor die Gründungsdokumente im Stadtarchiv
gefunden wurden)
Das sportliche Schießen wurde in Groß-Bieberau
erstmals im Jahre 1894 erwähnt. Der Zusammenschluss war lose ohne
Vereinsbildung und der Felsenkeller wurde als Schießplatz benutzt.
Erst im Jahre 1906 organisierten sich die Schützen im Kyffhäuserbund,
deren Vorsitzender Herr Karl Albrecht war. In den Jahren 1906 bis 1923
wurde am Sportplatz ein Schießstand für Großkaliber
errichtet. Im Jahre 1923 entschlossen sich einige Einwohner zum KK-Schießen
und gründeten unter Vorsitz von Herrn Postmeister Karl Fuchs die
Schützengesellschaft 1923 Groß-Bieberau. Herr Professor Schönberger
wurde im Jahre 1937 als Vorsitzender bestätigt und übte dieses
Amt bis Kriegsende aus. Von der Gründung bis zum Zusammenbruch
im Jahre 1945 waren die Schützen sehr erfolgreich. So konnte u.a.
Schützenbruder Willi Speier die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft
erringen.
Nach den Wirren des zweiten Weltkrieges wurden alle Schützenvereine
durch die Besatzungsmächte aufgelöst und die Ausübung
des Schießsportes verboten. Die Standanlage wurde abgetragen und
das Gelände eingeebnet.
Am 25. Mai 1956 wurde die Schützengesellschaft 1923 neukonstituiert
(s. Gründungsmitglieder).
Herr Werner Heldmann wurde 1. Vorsitzender. Das Domizil wurde im Saale
von Heinrich Daub (Zum Deutschen Haus) aufgeschlagen und diente bis
zum Einzug in das neuerstellte Schützenhaus als Vereinslokal. Im
Jahre 1958 übernahm Erich Henrici, unser derzeitiges Ehrenmitglied,
das Amt des 1. Vorsitzenden und führte den Verein bis zum l3.September
1974. Unter seiner Leitung beschloß man bereits im Jahre 1959,
ein vereinseigenes Schützenhaus zu erstellen und erste Verhandlungen
wegen eines Geländes wurden geführt. Die Schützengesellschaft
1923 wurde am 18.07.1962 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Reinheim
eingetragen. Inzwischen wurde ein Gelände am Eiderberg zur Verfügung
gestellt. Die gefertigten Baupläne wurden genehmigt und es wurde
mit den Bauarbeiten in Selbsthilfe begonnen, sodaß am 18. August
1962 die Grundsteinlegung erfolgen konnte. Bereits am 22, Juni 1963
konnte unter reger Beteiligung das Richtfest gefeiert werden. Am 8.
September 1965 wurde die Einweihung der Luftgewehrstände vorgenommen.
Zwei Jahre später am 27. August 1967 konnte auch die Kleinkaliber-Schießanlage
polizeilich zum Schießen freigegeben werden. Die feierliche Einweihung
der gesamten Schießsportanlage mit 6 Luftgewehr- und Luftpistolenständen,
2 Zimmerstutzenständen und 5 automatischen KK-Ständen erfolgte
am 2. November 1968. Als Einweihungspräsent überreichte der
damalige Bürgermeister, Schützenbruder Karl Steuernagel, im
Auftrage der Stadt Groß-Bieberau eine Schenkungsurkunde für
das gesamte Gelände. Durch weitere An- und Umbauarbeiten wurde
die Standkapazität erweitert und heute ist es möglich in der
Schießsportanlage auf 11 Luftgewehr- bzw. Luftpistolenständen,
5 KK-Ständen 50,00 m, 12 Sportpistolenständen 25,00 m und
6 Zimmerstutzenständen alle Sportwaffenarten einschließlich
der Vorderladerwaffen zu schießen. Die in der Sportordnung des
Deutschen Schützenbundes festgelegten Disziplinen können in
allen Klassen, der Schüler- der Jugend Junioren- Schützen-
Alters- Senioren und der Damenklassen durchgeführt werden. Auf
unseren Standanlagen werden außer Rundenwettkämpfen auch
Freundschafts-Schießen, Kreis- und Gaumeisterschaften geschossen.
In einem gemütlichen Aufenthaltsraum können sich die Schützen
und unsere Gäste bei guter Bewirtung wohlfühlen. Da Schießen
eine Sportart ist, die von allen Personen bis zum hohen Alter auch wettkampfmäßig
durchgeführt werden kann, würden wir uns freuen, wenn noch
möglichst viele interessierte Bürger und insbesondere Jugendliche
den Weg zu uns finden würden. Die Vorstandsmitglieder der Schützengesellschaft
und die Schützinnen und Schützen sind gerne bereit in allen
anfallenden Fragen Auskunft zu erteilen und zu beraten.
Der Vorstand:
Georg B e r g ( 1. Vorsitzender ), Jochen Kindermann ( 2. Vorsitzender
)
Otto B ö h m ( Rechner ), Gerhard Polenz (Schriftführer)
Anmerkung und Ergänzungen:
Diese Chronik wurde im Jahre 1983 zum Anlass des Kreiskameradschaftsabends
von Georg Berg erstellt und spiegelt den alten Informationsstand. Es
war jedoch durch Zeitungsannoncen und
Artikel klar, dass bereits vor 1894 eine Schützengesellschaft
in Groß-Bieberau bestand. Es fehlten lediglich die amtlichen Belege.
Diese wurden im Stadtarchiv von Archivar Georg Krell mitte der 80er
Jahre aufgefunden und ergaben ein neues Bild der Gründungsgeschichte
des Vereins. Daraufhin wurde der Vereinsname in „Schützengesellschaft
1863 Groß-Bieberau e.V.“ geändert. Somit konnte im
Jahre 1988 das 125-jährige Jubiläum
des Vereins gefeiert werden.
Nach den historischen Dokumenten wurde die Schützengesellschaft
am 12. Januar 1863 durch das Großherzogliche Kreisamt Dieburg
mit ihren Statuten genehmigt und damit gegründet (s. Gründungsmitglieder).
Im Jahre 1871 erfolgte die Genehmigung des Schiesstandes mit Schiesshalle.
Die Anlage, übrigens ohne Blenden und mit dem Ziel vor einem begangenen
Weg, war ganz in der Nähe des jetzigen Schützenhauses. Der
Stand mit Schiesshalle war vor dem heutigen Sportplatz am Sepp-Herberger-Weg.
Das Ziel befand sich am Hang hinter dem 50-Meter Stand und bestand aus
einer Faschinenbefestigung mit Unterstand um die Treffer gefahrlos anzeigen
zu können.. Die Schießentfernung betrug 170 Meter (s. Lageplan).
Geschossen wurde üblicherweise mit Schützengewehren des Kalibers
8,15 x 46 und dem Militärgewehr `71 im Kaliber 11mm. Leider ist
keines dieser Gewehre mehr vorhanden.
In den Jahren nach 1988 wurde auf dem Vereinsgelände ein bereits
vorgeplanter Bogenstand erbaut, der im Jahre 2002 fertiggestellt wurde.
Jetzt kann auf sechs Bahnen auch Bogen oder Armbrust auf Entfernungen
bis 70m geschossen werden.
SH
